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Erster Kontakt: Apple iMac 27 Zoll

02/06/2011

Heute beging ich den Fehler des Monats: Ich besuchte mit der Absicht, den neuen iMac zu besichtigen, den Apple Store München. Kurz vor der Öffnung der Tore des Apple Stores direkt im Zentrum der Stadt strahlten die großen iMacs bereits durch die Glaswände des Gebäudes. Zehn unerträglich lange Minuten später durfte ich den Laden betreten und das Prachtstück frontal begutachten.

Nach nunmehr vielen Monaten Arbeit ausschließlich auf dem 15 Zoll Bildschirm meines MacBook Pros wirkten die 27 Zoll des All in one Macs schier gigantisch auf mich. Einige Sekunden wagte ich nicht, näher an das Gerät heranzutreten. Alsbald der erste Schock verflogen war, legte ich meine Hand auf die Magic Mouse, welche direkt neben der neuen kabellosen Tastatur platziert war. Sofort stach die hohe Auflösung des Displays ins Auge: 2560 x 1440 auf 27 Zoll sieht einfach nur gut aus. Wer sich Sorgen wegen zu klein geratener Schrift macht: Im System konnte ich in jedem getesteten Programm sämtliche Sätze ohne Probleme lesen. Auch das 16:9 Format fand ich vorteilhaft: wäre dieser Bildschirm noch höher gewesen, wäre es wohl schwierig gewesen, den ganzen Schirm auf einmal im Auge zu behalten. Das ein- oder andere mal erwischte ich mich auch dabei, den Kopf zu bewegen, um die Inhalte an den Rändern links und rechts des Bildschirms sehen zu können. Alles in allem war ich einfach nur erschlagen von dem riesigen Bildschirm, und konnte mir nicht vorstellen, wieder auf mein 15 Zoll MBP zurück zu kehren.

Um eine direkte Vorstellung der tatsächlichen (und nicht nur der gefühlten) Größe zu erhalten verglich ich den Bildschirm mit dem iMac 24 Zoll und einem MacBook 13 Zoll. Erst der iMac: Der „alte“ iMac wirkt im direkten Vergleich mit dem neuen sehr klobig, sogar so klobig, dass der größere neue insgesamt kleiner wirkt. Doch rein der Bildschirm betrachtet fiel beim neuen wesentlich größer aus. An der Höhe hat sich nicht sehr viel getan (16:9 statt 16:10), die größere Breite des Displays macht sich allerdings durchaus positiv bemerkbar. Der Großteil der leichten Wirkung des neuen iMacs lässt sich subjektiv allerdings hauptsächlich auf den nicht mehr so breiten Alustreifen unten und die fehlende Alu-Umrahmung zurückführen. Wie viel das ausmacht, wird wirklich erst bei einem direkten Vergleich sichtbar. Jeder, der mir nicht glaubt, darf sich gerne selbst davon überzeugen.

Weiter zu einem schrecklichen Ereignis: das 13 Zoll MacBook. Nach ca. einer halben Stunde Arbeiten am 27 Zoll Gerät kam mir das 13 Zoll MacBook wirklich mickrig vor. Noch nie waren 13“ so klein – tatsächlich hätte man meinen können, es handle sich beim neuen weißen MacBook um ein kleines Netbook. Lange hielt ich nicht durch, denn schon kurz darauf verließ ich den kleinen und wandte mich wiederum dem neuen iMac zu. Ich konnte kaum fassen, wie schnell man sich an so einen großen Schirm gewöhnt.

Die Auflösung ist auch mehr als ausreichend. Mit dieser hohen Pixeldichte wirkt das ganze OS schöner. Was allerdings unangenehm ins Auge sticht: Nicht alle Hintergrundbilder bieten diese Auflösung. Wählt man ein kleineres, wirkt der gesamte Arbeitsbereich pixelig. Bisher war ich mit der normalen Full HD Auflösung auf 24 Zoll nie wirklich zufrieden, doch die Pixeldichte hier ist ideal. Ich will nicht mehr und nicht weniger – sondern exakt so viele Pixel.

Die gefühlte Geschwindigkeit ist etwas höher als die meines MacBook Pro 2,66 GHz. So brachte ich den 3,06 GHz Intel Core 2 Duo Prozessor mit diversen Anwendungen auf neun Spaces nicht annähernd an seine Grenzen. Dieser Test ist zwar nicht gerade anspruchsvoll, die Leistung dürfte jedoch bei kaum einem User ein Problem darstellen. Wer mehr braucht bzw. den iMac auch zum häufigeren Spielen einsetzt kann immer noch zum teureren Modell mit Core i5 Prozessor und Ati Radeon HD 4850 greifen. Allen anderen würde ich trotzdem raten, sich den Kauf des teureren Modells zu überlegen, da der Quad Core Prozessor wesentlich zukunftssicherer sein dürfte. Die 512 MB Grafikspeicher machen sich wie erwartet in der Leistung bei normaler Benutzung und selbst bei grafikaufwändigeren Spielen kaum bemerkbar, allerdings wird es spätestens dann problematisch, wenn man mehrere Betriebssysteme per Parallels gleichzeitig laufen lässt. Für zwei, drei oder höchstens vier sollte der gebotene Speicher reichen, wer jedoch stets zehn Linux Systeme parallel benötigt, bekommt hier Probleme. Und auch wenn ich nicht mehr brauche: Ist es denn wirklich so schwer 1 GB Grafikspeicher in das Ding zu bauen?

Der wahre Traum beginnt erst beim Bildschirm. Das IPS Panel kombiniert mit der LED-Hintergrundbeleuchtung besticht mit großartigen Farben und tiefstem Schwarz. Verglichen mit einem MacBook Air (glossy) wirkte dieser Bildschirm wesentlich Farbintensiver. Der Unterschied ist wirklich größer als gedacht und macht die Arbeit am Bildschirm sehr angenehm. Die Spiegelungen sind wie gewohnt vorhanden, doch lange nicht störend, insofern man keine helle Lampe an der Decke bzw. hinter sich oder eine Fensterfront in der Nähe hat. Das Problem ist, dass 27“ noch viel mehr spiegeln als die kleineren iMacs. Wie immer gilt, sich diesem Problem vorher bewusst zu sein und sich die Frage zu stellten, ob man damit leben kann.

Das Design ist wie immer sehr subjektiv und selbst hier auf Apfelwahn schon ein großer Streitpunkt. Wie oben schon angesprochen gefällt mir das Design sehr gut. Es wirkt bei weitem nicht mehr so klobig als das des vorherigen iMacs und lässt den ganzen Raum leichter erscheinen. Die Umrahmung aus Aluminium, die der alte besaß, fiel einfach weg, was sich bei Benutzung sehr positiv bemerkbar macht. Auch die Rückseite aus Aluminium sieht gut aus und hat außerdem noch einen weiteren Vorteil: sie fühlt sich besser an. Das merkt man jedes mal, wenn man den Bildschirm des iMacs kippt.

Die Magic Mouse hat mich übrigens beeindruckt. Trotz ihrer niedrigen Bauart lässt sie sich gut bedienen, Fingerabdrücke sind auf der glänzenden Oberfläche kaum sichtbar. Scrollen ohne Mausrad bzw. Ball ist wirklich ungewohnt, funktioniert aber wirklich gut. Auch Links- und Rechtsklick funktioniert ohne Kompromisse. Die für mich derzeit beste Maus der Welt. Eigentlich wollte ich die Maus sofort kaufen, leider wird sie erst ab nächster Woche einzeln verkauft (vielleicht ein Indiz auf den Erscheinungstermin von Mac OS X 10.6.2?). Mit ganz leeren Händen hab ich den Store dennoch nicht verlassen – eine Airport Express zur Verstärkung meiner Time Capsule durfte es am Ende doch sein.

Shoplinks:
Apple iMac 27″ (vorherige Generation) 3,2 GHz i3, 1350 Euro
Apple iMac 27″, 2,8 GHz i5, 1549 Euro
Apple iMac 27″, 3,1 GHz i5, 1760 Euro

Hannes

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From → Meinung

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