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Test: Altec Lansing Boombox MIX

02/06/2011

Heute gibt‘s einen Test über den vermutlich coolsten Ghettoblaster mit iPod-Dock am Markt: Der Altec Lansing Boombox MIX (inMotion iMT800). Das Gerät sieht erstmal protzig aus und verspricht nicht unbedingt guten, aber vor allem lauten Sound. Was das Teil leistet, zeigt dieser Test.


Features

Die Boombox bietet an sich nicht viele Features. Zwei AUX-Eingänge, ein iPod-Dock, integriertes Radio mit Monster-Antenne und Batteriebetrieb mit etwa 25 Stunden Laufzeit bei mittlerer Lautstärke. Benötigt werden 8 runde Batterien der Größe D. Das Teil ist zum mitnehmen schon ziemlich groß geraten, allerdings macht es so noch um einiges mehr Eindruck.

Die Gewichtsverteilung ist – insofern die Batterien enthalten sind – sehr gut gelungen. Das ganze Gerät wiegt etwa sieben Kilo und ist damit gerade noch tragbar. Dennoch: Bei längerer Benutzung empfiehlt es sich dringendst, die Box abzustellen. Als besonderes Feature hervorzuheben bleibt der Sound. Dieser ist nicht auf HiFi ausgerichtet, wie etwa der des Edifier if360, sondern nur darauf, bei vielen Umgebungsgeräuschen und im Freien noch bestmöglich hörbar zu sein. Mehr dazu später.


Hochtöner

Im Lieferumfang befindet sich eine Fernbedienung, verschiedene Dock-Einsätze, zwei AUX-Kabel, das Netzteil sowie die Boombox selbst. Die Verpackung erinnert dabei eher an die des ersten iPods als an die eines modernen iPod-Docks. Dennoch: schick! Dadurch bekommt man schon vor dem ersten Öffnen das Gefühl, einen richtigen Ghettoblaster gekauft zu haben.

Erstaunlich gut ist der Empfang des FM-Radios, was wohl der überdimensional großen Antenne zu verdanken ist. Unseren Kellertest bestand die MIX fast problemlos, zumindest mit vollständig ausgefahrener Antenne. Im Freien kann man sich bei vielen Sendern das Ausfahren sparen, der Empfang bleibt meist gut genug. Außerdem erstaunt die Robustheit der Antenne, die mindestens dreimal so dick als die eines normalen Radios zu sein scheint.

Design

Das Design ist genau so, wie sich die meisten einen Ghettoblaster vorstellen. Auf den Bildern wirkt sie noch ganz nett, aber hat man sie erst einmal vor sich stehen, beeindruckt sie. Ein merkwürdiger Mix aus hochwertig anmutendem Dock-Gehäuse und dem überall hervorgehobenen „Street-Style“ lässt das Gerät sofort als Klassiker dastehen.

Die Vorderseite wurde mit vielen Schrauben geschmückt, die Hochtöner in Form kleiner Turbinen wirken mehr als nur stabil und das matte Plastik wirkt irgendwie rau, passt dennoch ausgezeichnet zum Dock. Ich bin nach einer Woche immer noch vom Design beeindruckt und muss zugeben, dass es sich für diese Geräteklasse um ein Meisterwerk handelt.

Das in der Mitte sitzende iPod-Dock wird durch einen verschiebbaren Sicherheitsbalken dabei unterstützt, den iPod an seinem Platz zu halten. Auch hier zeigt sich wieder der stabile Eindruck, denn es war uns bei keinem einzigen Straßentest möglich, den iPod aus seinem Platz zu schütteln. Direkt darüber strahlt ein oranges LCD, das von vorne betrachtet orange Schrift auf schwarzem Grund und von oben schwarze Schrift auf orangem Grund zeigt.

Schick sehen auch die mit Gittern beschützten Subwoofer an den Seiten aus, die für einen kräftigen Bass sorgen sollen. An der Rückseite findet sich nur der Anschluss für das Netzteil, die Unterseite ist ebenso bis auf das Batteriefach nur schwarz. Das komplette Gehäuse besteht beinahe zu 100 Prozent aus Plastik.

Da es sich hierbei allerdings um massives, mattes Plastik handelt wirkt das Gerät deutlich hochwertiger als erwartet. Endlich ein iPod-Sounddock, bei dem man sich keine Sorgen um Fingerabdrücke oder empfindliche Teile machen muss. Interessant sind noch die AUX-Eingänge, die an der Oberseite links und rechts vom Tragegriff angebracht sind. Unter dem Griff ist eine große Mulde eingelassen, in die andere Audioquellen, die per Klinkenkabel mit der Boombox verbunden sind, verstaut werden können.

Die Fernbedienung kann hinter dem Griff in das dafür vorgesehene Loch geschoben oder am Gürtel befestigt werden. Durch den Griff an der Oberseite beziehungsweise die beiden großen Griffe an der Vorderseite macht es die iMT800 dem Nutzer sehr einfach, sie zu schultern und einen unvergesslich lauten Auftritt auf langweiligen Veranstaltungen hinzulegen – für längeres Tragen ist sie aufgrund ihres Gewichtes allerdings nicht geeignet.

Fernbedienung

Endlich auch eine Fernbedienung, bei der Style und Funktionalität beiderseits großartig sind. Die gelb bedruckten Tasten passen hervorragend zum Design des Gerätes sowie zum schwarzen Grund der Fernbedienung. Betrieben wird sie mit einer austauschbaren Knopfbatterie, die Tasten besitzen einen ausgezeichneten Druckpunkt und ein guter Infrarotempfänger garantiert für ausreichende Sendeleistung.

Außer den üblichen Tasten gibt noch eine zur Quellenwahl, eine zum Ein- und Ausschalten der Boombox und eine für den Equalizer, der Bass und hohe Töne verändern kann. Das Design wurde wieder einfach und grob gehalten, wobei das sogar auf so kleiner Fläche noch gut wirkt. Die Rückseite wird durch eine große Altec Lansing Prägung geziert. An der Unterseite sitzt ein Gürtelclip, der das Straßendesign komplettiert.

Alles in allem eine der schönsten und besten Fernbedienungen, die wir bisher gesehen haben. Das Design ist nicht nur an sich schön sondern passt auch zu dem der MIX, die Tasten bieten einen guten Druckpunkt und Zugriff auf alle wichtigen Funktionen. Einzig zu wünschen bleibt die Möglichkeit, das iPod-Menü durch die Fernbedienung zu steuern, was leider bisher nicht möglich ist.

Sound

Der Sound ist alles in allem gut, dennoch total anders als man es von einem iPod Dock erwarten würde. Altec Lansing legte den Fokus hierbei nicht auf HiFi, sondern darauf, im Freien noch möglichst viel vom Sound zu erhalten. Man kennt das ja: Die Standard-Docks verlieren immer allzu viele Töne bei Grillpartys oder Picknicks.

Die maximale Lautstärke ist beeindruckend und befindet sich in etwa auf einer Stufe mit dem Edifier if360. Die Bässe haben klar Oberhand und überwältigen wirklich aus dieser kleinen Box. Leider ist der Subwoofer meines Leihgerätes teils defekt, sodass ich den Bass nicht in seinem vollen Umfang testen konnte.

Die Hochtöner verrichten ebenfalls relativ gute Arbeit und verlieren weniger Details, als man anfangs vielleicht denken mag. Mittlere Töne gehen fast komplett unter. Dadurch verliert die Boombox nicht nur gewaltig an Volumen sondern auch an HiFi-Anmutung. Übrig bleibt ein Sound, der mehr laut als gut ist und sich wirklich nur für die Straße eignet.

Leider verliert die Box bei hohen Lautstärken noch mehr Details. Bei Lordi mit Lautstärke 40 bleibt praktisch nur ein scheppern übrig, das man sich wirklich nicht anhören möchte und eher bei einem Billigst-Ultrakompaktlautsprecher vermuten würde. Tut mir leid, Altec Lansing, ich kann über diesen Klang keine besseren Worte verlieren.


Subwoofer

Wer gedenkt, die MIX auch in Innenräumen zu nutzen, um Musik zu genießen, sollte sich bei der Konkurrenz umschauen. Um denselben Preis liefert etwa das Edifier if360 wesentlich besseren Sound in einem kleineren Gesamtpaket. Wer einen Ghettoblaster an sich sucht, wird mit der Boombox MIX auf jeden Fall glücklich und wird künftig mächtig Eindruck schinden, wenn die Box geschultert wird.

Fazit

Die Altec Lansing inMotion MIX iMT800 bietet ein großartiges Design und ein Komplettpaket, dass jede andere Boombox den Neid ins Gesicht treibt. Die Fernbedienung ist perfekt und lässt bis auf eine Menüsteuerung des iPods nichts vermissen. Der leidige Punkt ist der Sound, welcher bei hohen Lautstärken nur noch als Scheppern zu vernehmen ist. Bei geringeren Lautstärken fehlen Details in den Mitten und vor allem Volumen. Erstaunlich gut hört man den Sound noch in freien Geländen, wofür sie eigentlich gebaut wurde. Dennoch: Der Sound ist unser wichtigstes Kriterium, daher können wir der Altec Lansing Boombox MIX nur die Testnote 3 geben.

Eine Empfehlung gibt es für all jene, die einen modernen Ghettoblaster suchen, da die MIX dieses Gebiet beinahe konkurrenzlos kontrolliert. Allerdings empfehle ich jedem, den etwas eigenwilligen Sound der MIX erst einmal mit eigenen Ohren zu hören, da 300 Euro eine Menge Geld für diesen Sound sind.

Als Alternative gibt es das Harman Kardon Go&Play, das bei einem etwas niedrigerem Preis zumindest im kurzen Schnelltest einen wesentlich besseren Sound lieferte. Wer unbedingt mobilen Sound auf höchster Lautstärke möchte, sollte diese beiden Systeme vergleichen und das richtige für sich auswählen.

Hannes

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From → Test, Zubehör

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