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Test: Apple LED Cinema Display

02/06/2011

Das LED Cinema Display ist seit seiner Einführung ziemlich umstritten. Nicht nur wegen der Glasscheibe, die sich mit so manchem Spiegel messen könnte, sondern vor allem wegen dem Preis. 850 Euro für einen 24 Zoll Bildschirm? In Zeiten, in denen man die selbe Größe schon für 200 Euro bekommt scheint dies wirklich etwas viel. Ob das Cinema Display diesen Preis nichtsdestotrotz wert ist, wird dieser Test zeigen.


Design & Verarbeitung

Das Design ist wie gewohnt schlicht und einfach. Die Vorderseite wird von einem schwarzen Rahmen eingefasst, der nur durch den silbernen Apfel unten und die iSight oben unterbrochen wird. Umrahmt wird dieser nur noch durch den schmalen Alurahmen , der die Glasscheibe an ihrem Platz hält. Alles in allem wirkt die Vorderseite sehr aufgeräumt, im ausgeschaltetem Zustand sieht das Display durch den großen schwarzen Rand etwas größer aus als es tatsächlich ist.

Die Rückseite ist eine komplette, gebogene Aluminiumfläche. Zu finden sind hier rechts unten drei USB-Ports, einige Lüfterschlitze in der Mitte sowie zwei runde Löcher für Strom- und Datenanschlüsse. Besonders schön abgerundet wird die große silberne Rückseite durch ein schwarzes, glänzendes Apple-Logo.

Der Standfuß trägt den Rest zum ästhetischen Erscheinungsbild des Displays bei. Er läuft nach hinten etwas zusammen und wird gleichzeitig dicker. Dadurch bekommt man von vorne den Eindruck, er wäre schön schlank und passt so ideal zum Bildschirm selbst. Als Standfuß an sich bietet er nicht viele Features, nur eine Kabelführung in Form eines großen Lochs sowie eine kleine Neigungsbewegung ist zu finden. Höhenverstellbar? Pivotfunktion? Wer so etwas sucht, muss sich wohl oder übel eine VESA-Halterung anschaffen.

Der Neigungswinkel ist schier perfekt. Der maximale Neigungswinkel nach unten ist grade so, dass man von einer etwas tiefer liegenden Couch aus dem Liegen noch einen guten Blickwinkel bekommt, der maximale nach oben ideal, um das Display aus dem Stehen bedienen zu können. Eine Höhenverstellung ist nicht wirklich notwendig, da das Display für den Durchschnittsmenschen eine angenehme Höhe bietet und sich durch Neigung noch einiges korrigieren lässt.

Die Verarbeitung ist gewohnt hochwertig, die Glasplatte liegt lückenlos auf dem Aluminium, das Apple-Logo ist nahtlos eingelassen. Am ganzen Display befindet sich keine einzige Schraube, geöffnet werden kann es nur, indem man die Frontglasplatte mittels Saugnäpfen abnimmt. Das Aluminium ist übrigens etwas gröber geschliffen als beim MacBook, wodurch es einen noch etwas hochwertigeren Eindruck vermittelt.

Mein Cinema Display hat lediglich eine winzige Macke unter dem vorderen Apple-Logo. Alles in allem kann die Materialqualität und die Verarbeitung aber hundertprozentig überzeugen. Selbst die Lautsprecherlöcher an der Unterseite sind fehlerfrei verarbeitet und runden das Display nach unten hin ab.

Bildqualität

Der Hauptgrund, die 850 Euro zu bezahlen, muss trotz des schicken Designs die Bildqualität bleiben. Ich habe das Display nun mehrere Wochen in Verwendung und es auch mehrmals direkt mit einem Samsung Syncmaster P2450h verglichen, einem damals für 250 Euro durchschnittlich teurem 24 Zoll Monitor.

Zuerst zum Vergleich: Der Samsung-Bildschirm sieht neben dem Cinema Display wirklich alt aus. Sieht man die beiden nebeneinander, fragt man sich, wie man jemals mit so einem Display arbeiten konnte. Vor allem Text wirkt auf dem matten TN-Panel einfach unerträglich aus, vergleicht man mit dem glänzenden, weichen Text auf dem Cinema Display. Dazu kommen die wunderbaren Schwarzwerte beim Betrachten von Bildern und Videos und das reine Weiß gibt dem Syncmaster den Rest.

Ich hatte keine Messgeräte im Einsatz, um die Schwarzwerte genau nachzumessen, jedoch wird Schwarz vom Cinema Display dermaßen tief und rein dargestellt wie ich es noch auf keinem anderen Display gesehen habe. Besonders wichtig wird dies beim Betrachten von Filmen, da beim Formfaktor von 16:10 praktisch immer schwarze Streifen zu sehen sind – oder eben nicht. Schwarz ist dann perfekt, wenn man in einem dunklen Raum nicht erkennt, dass es vorhanden ist. Das Cinema Display schafft dieses Kunststück – zumindest fast. Auf jeden Fall muss man sich etwas anstrengen, um bei den hellen, schönen Farben im Bild die schwarzen Streifen noch erkennen zu können.

Weiß wird ebenfalls klar und schön dargestellt. Das einzige Problem stellt hier das Farbprofil des Cinema Displays dar. Dadurch wird weiß etwas wärmer dargestellt als es eigentlich ist. Stark übertrieben gesagt ist es etwas gelblich. Nach einiger Zeit ist man dieser Entscheidung von Apple aber sehr dankbar – die Augen werden durch dieses warme Weiß wesentlich weniger angestrengt als durch ein extrem scharfes, weißes weiß.

Nun zu einem wirklich interessanten Punkt: den Farben. Das Cinema Display neigt dazu, Farben sehr knallig und etwas übertrieben darzustellen. Dadurch wirken Videos und vor allem Bilder meist schöner als sie sind, vor allem verglichen mit einem anderen Bildschirm, jedoch wird es dadurch für Profis, denen es auf Farbtreue ankommt, nutzlos. Für Consumer, die einfach ein schönes Bild wollen, sind die Farben einfach nur gut. Hier wirkt sich auch die spiegelnde Oberfläche direkt auf die Bildqualität aus, die Glasplatte trägt nämlich nicht wenig zur Farbdarstellung bei.

Sorgen kann man sich auch noch bei der Bildwechselrate machen. 14 ms klingen in Zeiten, in denen deutlich günstigere Bildschirme bereits 2 ms schaffen, nicht mehr wirklich schnell. Dabei sind 14 Millisekunden für ein S-IPS-Panel bereits superschnell. Und trotz des vergleichsweise langsamen Bildaufbaus konnte ich im Test keine Schlieren feststellen. Zumindest Autorennen und einige schnelle Spiele stellten keine Probleme dar.

Der Kontrast wird von Apple mit 1000:1 angegeben. Bei manch anderem Bildschirm liest man heute schon 1.000.000:1, richtig? Aber aufgepasst: Beinahe jeder andere Hersteller gibt das dynamische Kontrastverhältnis an, welches nichts über den tatsächlichen Kontrast aussagt. Der statische Kontrast, der von Apple angegeben wird, ist rein technisch gesehen nur bis etwa 1000:1 möglich. Die Angabe von Apple stimmt dennoch nicht ganz, das LED Cinema Display besitzt gemessen „nur“ einen Kontrast von 870:1. Noch immer um einiges mehr, als die meisten anderen Displays besitzen, und rein optisch betrachtet bietet es einen wunderbaren Kontrast mit unglaublich strahlenden Farben.

Apple setzt hier auf ein S-IPS (Super In-Plane-Switching) Panel und verwendet LEDs zur Beleuchtung. Normalerweise werden entweder weiße oder rot-grün-blaue LEDs benutzt, Apple setzt beim Cinema Display allerdings auf blaue und gelbe LEDs. Ein wirklich cleverer Trick: Man erreicht eine bessere Farbdarstellung als bei weißen LEDs und kann sie dennoch kostengünstiger als RGB-LEDs verbauen. Der Bildqualität und Farbdarstellung merkt man diesen Spartrick allerdings nicht an.

Die Betrachtungswinkel sind dank des verwendeten Panels wesentlich besser als bei den meist verwendeten TN-Panels. Angegeben ist er mit 178° horizontal und vertikal. Diese Angabe stimmt auch wirklich – und das ohne merklichen Farbverlust. Die Farben bleiben selbst dann konstant, wenn man beinahe seitlich ins Display schaut. Nach oben und unten verliert man etwas Helligkeit, dennoch bleiben die Farben ungewöhnlich konstant. Verglichen mit einem MacBook Pro besitzt das LED Cinema Display wesentlich bessere Blickwinkel.

Auf Seite 2 ist alles zu den Anschlüssen und Features sowie den Spiegelungen, dem Preis und das Fazit zu finden.

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From → Test, Zubehör

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