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Test: Edifier if350

02/06/2011

Das Edifier if350 ist ein tragbares iPod-Sounddock mit FM-Radio und Fernbedienung. Das System verspricht lange Akkulaufzeit, guten Sound und ein schickes, stabiles Gehäuse. Was wirklich in diesem kleinen Gehäuse steckt, zeigt dieser Test.


Features

Im Lieferumfang enthalten sind diverse Dock-Adapter, das Netzteil, die Fernbedienung, eine Tragetasche und das Dock selbst. Das Dock ist kompatibel mit allen iPod-Modellen sowie sämtlichen iPhones – auch, wenn es das ,Works with iPhone‘-Kennzeichen nicht trägt, ist es magnetisch abgeschirmt und kann somit störungsfrei mit dem iPhone verwendet werden. Als Eingänge bietet das if350 ein ausklappbares iPod-Dock an der Vorderseite, eine Standard-Audioklinke auf der Rückseite sowie einen integrierten UKW-Radio-Empfänger.

An der Front befindet sich ein kleines LC-Display, durch den sich die Menüs bedienen lassen. Im Inneren schlummert ein Akku, der das Dock beeindruckende 17 Stunden mobil einsetzbar machen soll. Der angedockte iPod wird, falls das Dock an die Stromversorgung angeschlossen ist, geladen. Zur direkten Bedienung stehen eine Reihe Knöpfe an der Oberseite zur Verfügung. Steuern lässt sich hiermit allerdings nur die direkte Wiedergabe (Lautstärke, Play/Pause, Vor/Zurück sowie die Audioquelle), zur weiteren Steuerung der Menüs muss die mitgelieferte Fernbedienung verwendet werden.

Das Klappsystem ist schlau ausgedacht. Es besteht aus zwei Teilen: Dem iPod-Dock an der Vorderseite und dem Standfuß an der Rückseite. Zum Aufklappen muss nur kurz auf die markierte Stelle des Standfußes gedrückt werden. In diesem Zustand wird das gesamte Gewicht des Docks auf den Standfuß verlagert, sodass eine leichte Schieflage entsteht. Um den Mechanismus einzuklappen, muss allerdings das Dock an der Front hochgeklappt werden, andernfalls blockiert der Standfuß. Dieses System funktioniert zuverlässig und hält das Dock fest an seinem Platz.

Design

Bei iPod-Docks sollte man den entscheidenden Faktor des Designs nie vergessen. Edifier setzt beim if350 auf ein zeitloses Design von Flachlautsprechern, kombiniert mit einigen glänzenden Elementen und dem weißen Rücken ergibt dies ein auf den ersten Blick schönes Gehäuse. Die Farbkombination lässt sich durchaus sehen, als Material setzt Edifier hauptsächlich auf Plastik, nur die Lautsprechergitter bestehen aus Stahl.

Von Vorne erweckt es den Eindruck eines modernen iPod-Docks, von hinten betrachtet denkt man eher an ein Zimmerradio – im positiven Sinne. Es gibt sicher auffallendere iPod-Docks, dieses zeitlose, funktionelle Design passt jedoch wunderbar in jede erdenkliche Situation.

Die mitgelieferte Tasche, ebenfalls in schwarz mit weißem Schriftzug gehalten, wirkt nur mittelmäßig verarbeitet und eher billig. Um das Dock vor Erschütterungen im Rucksack zu schützen reicht sie vollkommen, hier haben wir allerdings schon schönere Lösungen gesehen.

Mobilität, FM-Radio und Wecker

Der Akku hält bei mittlerer Lautstärke etwa 15 Stunden. Beachtlich! Die Größe ist perfekt, um sie in jeden Rucksack zu werfen und beim Picknick oder auf dem Berg zur Hand zu haben. Das Gewicht ist akzeptabel und dürfte selbst auf längeren Wanderungen kein Problem sein.

Das integrierte FM-Radio besitzt einen erstaunlich starken Empfang. Selbst im Keller konnte ich nur geringe Interferenzen ausmachen, auf Bergen konnte ich ihn mangels gutem Wetter leider noch nicht testen. Die Steuerung der Radiofunktion ist vielleicht nicht ganz so komfortabel zu bedienen als in manchen anderen Systemen, funktioniert jedoch gut. Auf die Radiofunktion kann man mittels Fernbedienung oder Input-Knopf am Gerät wechseln.

Auch als Wecker leistet das Gerät gute Dienste. Hat man einen Wecker im iPod konfiguriert, spielt das Dock diesen selbst dann ab, wenn es ausgeschaltet ist. Außerdem lässt sich direkt per Fernbedienung ein eigener Wecker konfigurieren – dazu einfach die entsprechende Uhrzeit und den bevorzugten Wecksound einstellen. Leider lässt sich kein beliebiges Lied im iPod wählen, einstellbar ist lediglich, aus welcher Quelle der Wecksound abgespielt werden soll (iPod, Radio oder AUX). Abgespielt wird dann der jeweils nächste Song nach dem zuletzt gespielten auf dem iPod. Ein weiteres Problem stellt es dar, wenn der iPod entfernt wurde – dann erscheint zwar das Wecksymbol auf dem Display, der Ton fehlt aber.

Will man den Wecker komplett deaktivieren muss dazu nur der entsprechende Knopf auf der Fernbedienung gedrückt werden. Sehr praktisch ist auch die Standby-Uhr, die auf dem Display im ausgeschalteten Zustand angezeigt wird. Diese wird zwar ohne Beleuchtung dargestellt, ist dank der weißen Ziffern auf schwarzem Hintergrund mit entsprechender Lichtquelle dennoch gut lesbar. Eine Leuchte, die signalisiert, dass das Gerät eingeschaltet ist, existiert glücklicherweise nicht – ein wichtiger Hinweis für all jene, die sich an den ganzen Lichtern an den meisten solchen Systemen in der Nacht stören.

Fernbedienung

Die Fernbedienung viel gleich durch drei Dinge speziell auf. Erstens: Komplette Bedienbarkeit. Zumindest iPods mit Clickwheel lassen sich vollständig über die Fernbedienung bedienen. Beim iPod touch und iPhone funktioniert dies zwar theoretisch, ist aufgrund des etwas seltsamen Verhaltens des iPods sowie den anders aufgebauten Menüs jedoch nicht so komfortabel.

Zweitens: Design. Das Design ist nicht nur außergewöhnlich, sondern auch praktisch. Die Fernbedienung lässt sich im hinteren Teil des Docks verstauen, sodass sie auch unterwegs immer dabei ist. Das Besondere dabei: sie lässt sich sogar blind hineinschieben und wieder herausnehmen, was vor allem im Dunkeln viel Zeit erspart.

Von hinten hat die Remote etwas vom iPad. Zur Seite hin abgeflacht und schön in einer Farbe gehalten wirkt sie hochwertig und macht eine gute Figur. Auch die Vorderseite ist nicht hässlich, sämtliche Tasten sind gut lesbar beschriftet und bieten eine komplette Steuerung aller Funktionen des Docks.

Drittens: Ansprechverhalten. Leider negativ zu bemerken ist das Verhalten der Tasten. Der Druckpunkt ist etwas schwammig und die Reaktion viel zu langsam. Viele Tasten muss man fest drücken oder kurz gedrückt halten, damit die gewünschte Reaktion eintritt. Nervt ziemlich bei längerem Benutzen der Fernbedienung.

Sound

Jetzt zum wichtigsten Teil des Tests: Dem Sound des Gerätes. Ein iPod-Dock muss nicht nur gut aussehen und viele Features bieten, es muss vor allem einen guten Sound bringen. Das Edifier if350 gibt sich sichtlich Mühe, Musik so klar wir möglich abzuspielen. Vor allem beeindruckt im erstem Moment aber eins: Die Lautstärke.

Diese ist in 50 Stufen fein regelbar und bietet alles von ganz leiser Einschlafmusik bis hin zu richtiger Partylautstärke. Das Dock war sogar so laut, dass ich einen etwas unfairen Vergleich wagte: Das if350 gegen meine Bowers & Wilkins MM-1 – 500 Euro teure Computerlautsprecher. Das Ergebnis sprach, zumindest was die Lautstärke angeht, ganz klar für das Edifier-System. Laut genug für eine kleine Party oder ein Grillfest im Freien spielt die kleine Box allemal.

Leider – wie zu erwarten – verliert man bei dermaßen hohen Lautstärken etwas an Qualität. Mit Voller Qualität lässt sich etwa bis Stufe 35 spielen – lauter werden die meisten Nutzer nie hören wollen. Die Qualität der Höhen ist sehr gut, sie werden klar und fehlerfrei abgespielt. Vorwerfen könnte man dem System hier höchstens, den Sound etwas zu platt auszugeben, das geht allerdings den meisten kleinen Lautsprechern so.

Sehr gut fällt auch die Ausgabe mittlerer Musik aus. Green Day wird problemlos abgespielt. Sowohl Hintergrundmusik als auch Stimmen klingen so, wie sie sollen. Erst beim Schlagzeug von ,Viva La Gloria‘ merkt man, dass hier doch ein einzelner Lautsprecher die gesamte Bandbreite abdecken muss. Edifier setzt hier mehr auf die Qualität höherer Töne – eine gute Entscheidung, betrachtet man das gesamte Klangbild.

Das merkt man auch an sehr tiefen Stimmen, zum Beispiel im Titel ,Devil is a Loser‘ von Lordi. Alles in allem ist Lordi wohl nicht das, das man sich auf diesem System anhören sollte. SR-71 hingegen klingt wiederum relativ gut. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass höhere und mittlere Titel gut abgespielt werden, sehr tiefe Stimmen und Schlagzeuge sind jedoch unsauber und nicht das, das man sich auf diesem System anhören sollte.

Das Soundvolumen ist für die Größe der Lautsprecher absolut in Ordnung, die Soundqualität insgesamt Durchschnitt bemessen an Größe und Preis. Positiv zu sagen bleibt noch, dass das Grundrauschen selbst bei hohen Lautstärken gegen 0 geht, was besonders leisem Hören oder der Verwendung als Wecker zugute kommt.

Fazit

Gute Verarbeitung, zeitloses Design und durchschnittlicher Sound. Das Edifier if350 bietet eine hervorragende Akkulaufzeit und viele kleine Highlights, der Sound lässt an manchen Stellen allerdings zu wünschen übrig. Nichtsdestotrotz rettet die gute Höhenwiedergabe die Wertung und beschert dem System unsere Apfelwahn Testnote 2.

Hersteller: Edifier
Typ: iPod-Dock
Straßenpreis: 120 Euro

Eine Kaufempfehlung gibt es trotzdem für alle, die ein ausgezeichnetes Weckersystem mit iPod-Dock und ohne Lampe oder ein Küchenradio mit iPod-Dock suchen. Beide Bereiche bedient kaum ein Dock besser als das if350. Ebenfalls praktisch als mobiler Lautsprecher, der dank seiner massiven maximalen Lautstärke auch für Grillfeste und kleine Partys geeignet ist.


Edifier if350 und if360

Hannes

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From → Test, Zubehör

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